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Parkinson

nicht jedes Zittern ist Parkinson

Kaum eine andere Diagnose wird so häufig falsch gestellt, wie: Parkinson. Nicht jedes Zittern, nicht jede Gangunsicherheit ist Parkinson. Es gibt sehr viele andere Krankheiten, die hier abdifferenziert werden müssen. Denn sie unterscheiden sich nicht nur im Behandlungskonzept, sondern auch im Verlauf ganz entscheidend von der Parkinson-Erkrankung. Mit Erfahrung und wohlüberlegten Spezialuntersuchungen kann die Diagnose bestätigt oder widerlegt werden.

Wenn die Diagnose stimmt, ist es wichtig von einem Facharzt betreut zu werden und mit den neuesten Therapien den Verlauf möglichst aufzuhalten.

Wenn aber eine andere Diagnose gestellt wird, sind so viele Möglichkeiten offen, dass nur der erfahrene Facharzt weiterhelfen kann.

Ist Vorsicht geboten?

Obwohl diese Erkrankung nicht selten ist, wird der Verdacht dieser Diagnose viel häufiger geäußert, als dann - aus dem Verlauf gesehen - die Krankheit wirklich vorliegt. Gesundheitsökonomisch gesehen ist dies kein Nachteil, wenn der Patient, bei dem Parkinson festgestellt wurde zum Neurologen geschickt wird, der dann die Diagnose objektivieren kann.


Schüttellähmung und Tremorerkrankungen

Obwohl noch immer häufig als "Schüttellähmung" bezeichnet, tritt der Tremor (Zittern) nicht immer am Anfang der Parkinsonerkrankung auf und nicht jedes Zittern ist Parkinson. Sehr häufig ist Tremor eine Erkrankung für sich. Diese Tremorerkrankungen sehen völlig anders aus und haben einen ganz andere Verlaufsformen als die Parkinsonerkrankung. Der erfahrenene Neurologe kann schon aus dem klinischen Erscheinungsbild oft die Unterscheidung stellen. Mit Isotopenunersuchungen des Gehirns, Magnetresonanztomographie und noch weiteren Spezialuntersuchungen können dann noch die Feinheiten heraus gearbeitet werden.

Symptome

Zu Beginn können die Symptome untypisch sein Ermüdbarkeit, Antriebslosigkeit, Hitzeintoleranz, Schmerzen und Steife beim Gehen, Schlafstörungen, Verstopfung und Geruchsempfindungsstörung. Parkinson beginnt häufig mit halbseitigen Beschwerden, Gangstörungen, Schreibkrämpfen oder Steife einer Hand oder eines Beines. Selten treten diese Symptome schon im 5. oder im 6. Lebensjahrzehnt auf, häufiger nach dem sechzigsten Lebensjahr. Am Anfang sind die Zustände flüchtig, wechselhaft oder schleichend. Mit Fortschreiten der Krankheit werden Steife des Ganges, Gesichtsstarre und zunehmende Talkproduktion nicht mehr zu übersehen. Die Menschen wirken nach außen starr und unbeweglich. Stürze sind häufig und manchmal sind Knochenbrüche, als Folge der Stürze der erste Kontakt mit dem medizinischen System. Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit sind kein Symptom der Parkinsonerkrankung, diese bleibt voll erhalten!.

Ursache

Die typische Parkinsonkrankheit ist eine Erkrankung bei der die Nervenzellen bestimmter Regionen im Gehirn (Substantia nigra, Striatum) die für die Feinabstimmung und Flüssigkeit von Bewegungen zuständig sind, zugrunde gehen. Die Ursache dafür ist in den meisten Fällen wahrscheinlich erblich, aber nicht sicher bekannt. Einige, besonders schwere Fälle sind durch eine bestimmte Form einer Gehirnentzündung hervorgerufen. Manche andere von stammen von bestimmten Suchtgiften. Eine leichte und rückbildungsfähige Form das sogenannte Parkinsonoid wird durch manche Medikamente verursacht (Neuroloptika, Calciumantagonisten). Hier gibt es ein Gegenmittel, die Symptomer verschwinden aber, wenn das Medikament abgesetzt wird.

Verlauf

Der Verlauf der Parkinsonerkrankung entspricht einer sehr langsam fortschreitenden Verschlechterung. Im fortgeschrittenem Stadium treten Zittern und allgemeiner Steife auf, später starke Fluktuationen der Symptome, welche dann unangenehme Folgen haben. Auch unter dem Einfluß von Medikamenten ist der Verlauf nicht immer günstig. Es können auch aufgrund von Überdosierungen Symptome auftreten, die nur von den Medikamenten stammen.

Therapie

Seit etwa 45 Jahren gibt es Medikamente um die Symptome vorübergehend zu lindern. Aufgehalten oder geheilt kann die Krankheit nicht werden. Es gibt aber entscheidende Unterschiede, was der Kranke tun kann, wie sehr und wie lange er seine Beweglichkeit erhält. Die weiterentwickelten modernen Parkinsonmedikamente haben weniger Nebenwirkungen und ein günstigeres Wirkungsprofil. Besonders im tageszeitlichen Verlauf sind sie besser steuerbar. Das ist wichtig, denn die Symptome der Parkinsonerkrankung schwanken sehr stark im Verlauf des Tages. Dies wurde durch die älteren Medikamente noch gefördert oder zumindest nicht ausreichend eingedämmt. Da die Wirkung einer eingenommenen Dosis erst nach Stunden herauskommt, kann das Parkinsonmedikament nicht direkt nach den Symptomen selbst eingenommen werden. Es kann aber sinnvoll sein, darüber genau Buch zu führen. Dann kann die Therapie optimiert werden.

Durch die beste Medikation und ein umfassendes heilgymnastisches Programm, sowie körperliche und geistige Flexibilität kann der Parkinsonkranke wesentlich mehr aus seinem Leben machen und die Jahre gut nützen.

Besonders junge Kranke können manchmal sich im Ausland einer Operation unterziehen die eine Besserung verspricht. Die wissenschaftlichen Beweise dafür sind aber dürftig.

Parkinsonkranke besonders im fortgeschrittenenem Stadium brauchen unbedingt einen ständig behandelnden Neurologen. Die Vielfalt der auftretenden Symptome muß von einem Fachmann richtig gedeutet und behandelt werden. Mit ihm gemeinsam ist die Krankheit zu meistern und viele Jahre guter Lebenqualität zu gewinnen.

(© Possnigg 2012)