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Schwindel

Gleich vorweg: Schwindel kann viele Ursachen haben, aber es gibt für viele davon eine Gemeinsamkeit - eine allgemeine Steife, Unbeweglichkeit und Härte der Kopf- und Nackenmuskulatur. Diese Steifigkeit - das was der Volksmund auch mit dem Begriff "Halsstarrigkeit" zu einer Charaktereigenschaft macht - sie bewirkt einen großen Teil der Schwindelsymptomatik. Man bekommt sie weg durch ein bestimmtes, auf den ersten Blick sehr einfaches Training.

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Hier gehts zum Schwindeltraining

Nix ist mehr fix - für sehr viele Leute ein großes Problem

Schwindel ist ein sehr unangenehmes, lästiges Symptom für viele verschiedene Krankheitsbilder. Jeder Mensch kennt Schwindel, jeder versteht etwas Anderes darunter, aber manche trifft es sehr heftig. Schwindel kann kann plötzlich auftreten und sehr bedrohlich wirken, oder er kann chronisch langsam entstehen und dennoch lästig sein. Tausende Menschen leiden fallweise unter diesen Beschwerden, die von wenigen Sekunden bis viele Jahre anhalten können. Je nach Auftreten, Auslöser, Dauer, Begleitsymptome und Art des Schwindels kann der Arzt die Ursache vermuten. Wenn der Entstehungsmechanismus bekannt ist hofft man auf Besserung und Heilung. Aber auch wenn die Ursache nciht klar ist können bestimmte Übungen und Methoden große Hilfe bringen.Lesen Sie daher hier, wie Sie die Symptome am besten einordnen und beschreiben können und wie Ihr Arzt und Sie selbst Abhilfe schaffen können.

Auslöser

es gibt Schwindel, der durch Höhe oder das Bewußtsein einer Gefahr ausgelöst wird, und Schwindel, der von bestimmten Bewegungen abhängig ist, z.B. von Kopfdrehen oder Aufstehen aus dem Liegen. Manchmal tritt der Schwindel auch völlig spontan auf und manchmal ist gar kein "Beginn" im engeren Sinn feststellbar, der Schwindel hat schleichend eingesetzt. Die Ursachen können im psychischen, wie auf im körperlichen Bereich liegen: Körperlich kommen Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Gifte, äußere (Jahrmarkt, Schiff) und innere Veränderungen der Sinneswahrnehmung und organische Ausfälle aber vor allem Muskelverspannungen in Betracht. Letzteres leitet auf die psychischen Ursachen über: Verspannung der Muskel im Nackenbereich und Angst vor Schwindel, Überlastung, Stress und ausgeprägte Ängste anderer Art können Schwindel verursachen.

Dauer

von wenigen Sekunden bis vielen Wochen ist alles möglich. So wird der Auslöser-bedingte (angstgefärbte) Höhenschwindel aber auch der gutartige Lagerungsschwindel sehr von der Situation oder der Haltung abhängig sein und sofort wieder verschwinden, wenn der schwindelerregende Reiz aufhört. Schwindel durch Verspannungen der Muskeln der Halswirbelsäule dauert von wenigen Minuten bis mehrere Tage. Ohrenentzündungen und Durchblutungsstörungen haben meist Symptomatik von wenigen Tagen bis Wochen. Schwindel der durch Abbauerkrankungen entstanden ist, kann sogar überhaupt nicht besser werden. Besonders lästig und leider auch häufig sind chronische Schwindelzustände aufgrund von psychischen Phänomenen: Depression, Angst, Erschöpfung u.v.a.

Art des Schwindels

Wir unterscheiden Dreh-, Schwank- und Liftschwindel im engeren Sinn, die müssen wir noch von Gleichgewichtsstörungen und allgemeinen Unwohlsein abgrenzen, denn das alles sind zwar gelegentlich zusammen auftretende Phänomen, haben aber völlig unterschiedliche Ursachen. Es ist nicht immer leicht den Schwindel zu beschreiben, am ehesten läßt sich Drehschwindel mit dem Zustand vergleichen, der auftritt, wen wir in einem raschen Karussell fahren, oder zu rasch einen Walzer getanzt haben. Schwankschwindel ist mit der Seekrankheit oder Reisekrankheit beim Auto zu vergleichen. Liftschwindel erklärt sich von selbst. Diese Vergleiche gelten aber nur mit Vorbehalt, weil die durch äußere Reize verursachten Symptome üblicherweise sehr bald wieder nachlassen, wenn der Reiz aufhört.

Begleitsymptomatik

Brechreiz, Übelkeit Schwitzen oder Kopfschmerzen die den Schwindel begleiten sind meist der Grund, den Arzt auf zu suchen. Diese Akutsymptome sind gut behandelbar, für den Arzt aber auch ein wertvoller Hinweis auf die Ursache des Schwindels.

Welche Organe verursachen Schwindel?

Wie Sie aus dem bisherigen ersehen können, ist das Symptom "Schwindel" ein äußerst komplexes und - obwohl extrem unangenehm - schwer zu erfassendes Phänomen. Es stellt den Arzt vor bestimmte Anforderungen, die nur mit vernetztem Denken und fächerübergreifendem Verständnis der Medizin zu bewältigen sind. Seine Ursachen sind sehr vielgestaltig, da verschiedene Organe an dem Gefühl "im Gleichgewicht sein" beteiligt sind:

Augen

bei leichter Fehlstellung der optischen Achsen: das kennt jeder, der schon einmal eine falsche Brille bekommen hat. Kann plötzlich passieren, wenn Augenmuskellähmungen auftreten, oder wenn ein lange kompensiertes Schielen nicht mehr beherrscht wird (z. B. Dopplebilder beim Alkoholrausch)

Innenohr

das eigentliche Gleichgewichtsorgan (Labyrinth) das unsere Raumorientierung, die Bewedung und die Beschleunigung in allen drei Achsen erfaßt. Es gibt Informationen über die Lage im Raum, Bewegung und Beschleunigung ans Gehirn weiter. Bei Karusselfahren oder anderen Jahrmarktsattraktionen wird es getäuscht und verursacht Schwindel. Mitunter gibt es eine verhältnismäßig gutartige Form einer Entzündung, z.B. bei einer übergangenen Erkältung, die einen akuten Schwindel bei Lageveränderungen auslöst. Bei andern Formen von Entzündungen entsteht ein langanhaltender Drehschwindel. Wenn dieser von Hörstörungen und Ohrgeräuschen begleitet ist, spricht man von Meniére Erkrankung.

Wirbelsäule

der meist von der Halswirbelsäule ausgehende Schwindel ist ein Schwanken, das rasch auftritt, aber lang anhält und schwer beeinflußbar ist. Meist sind wenig Begleitsymptome vorhanden, mitunter Nacken- oder Kopfschmerzen. Dieser häufigste Schwindel ist eine direkte Folge von Fehlhaltung, Überlastung, psychischen Streß und Bewegungsarmut, eine Zivilisationskrankheit also. Er entsteht durch die Fehlinformation, die Spannungsrezeptoren aus der tiefen Halsmuskulatur an das Gehirn melden, wenn diese Muskeln über mäßig angespannt sind.

Peripheres Nervensystem

Wenn die Nervenfasern zu langsam oder ungleich schnell leiten kann es ebenfalls zu Gleichgewichtsproblemen kommen, die sich vor allem mit geschlossenen Augen oder im Dunkeln auswirken

Zentrales Nervensystem

Im Hirnstamm werden alle Signale der vorgenannten Organe integriert und mit früher gespeicherten Erfahrungsinhalten aus dem Großhirn abgestimmt. Wenn es durch eine schleichende oder plötzliche Durchblutungstörung, durch eine Entzündung oder eine andere Erkrankung zu Funktionseinbußen in diesem Bereich kommt ist meist ein schlecht beschreibbarer langfristiger Schwankschwindel, mit Übelkeit oder neurologischen Ausfällen die Folge.

Behandlung

so verschieden, wie die Ursachen ist auch die Behandlung, die ja möglichst causal (auf die Ursache bezogen) sein soll.:

Liegt die Ursache im HNO-Bereich bringen meist Medikamente eine gute Abhilfe. Bei akut auftgetreten bedrohlichen Schwindelzuständen sollte die Rettung verständigt werden. Dann kann eine rasche wirksame Therapie verabreicht werden.

Bei dem sehr häufigen Wirbelsäulen bedingten Schwindel ist die unmittelbare Behandlung der Halswirbelsäule von Vorteil. Dies kann durch Akupuntur oder Neuraltherapie erfolgen, aber auch ergänzend durch Massage, Manualtherapie und am allerwichtigsten durch Heilgymnastik (Schwindelprogramm). Medikamente haben bei Innenohrschwindel eine wichtige bedeutung, bei Wirbelsäulen und psychisch bedingten Schwindel sind die Medikamente für das Inneohr nicht wirksam, sondern machen nur müde. Da machen Antidepressiva und andere entspannende Maßnahmen einen Sinn.

Die wirksame Behandlung von chronischen Schwankschwindel, besonders wenn "keine Ursache fassbar" ist, ist langwierig und die Geduld des Patienten wie auch des Arztes wird oft auf eine harte Probe gestellt. Es gibt kein Zaubermittel, aber es gibt mehrere wirkunsvolle Therapiekonzepte. Daher lohnt es sich, mit einem erfahrenen Arzt über "das Problem Schwindel" zu sprechen. Durch gezielte Diagnostik und Erforschung der Ursachen jenseits der üblichen schulmedizinischen Grenzen ergeben sich Wege zu einer unkonventionellen aber umso wirkunsvolleren Behandlung. Eines ist bei Behandlung von Schwindel ganz wichtig: Ihre Mitarbeit, ohne die, gibt es keine nachhaltigen Therapien.

(© Possnigg 2012)